Wenn Bots schneller sind als Fans: Was wir aus dem Premier-League Ticket-Skandal lernen können
30.09.2025
Die BBC hat kürzlich aufgedeckt, wie Bots in Sekundenschnelle Premier-League-Tickets aufkaufen, noch bevor echte Fans sich einloggen können. Innerhalb von Augenblicken sind die Tickets weg und erscheinen zu überhöhten Preisen auf Zweitmärkten. Das Ergebnis ist klar: Treue Fans gehen leer aus, während die Scalper den Gewinn machen.
Dieser prominente Fall dreht sich nicht nur um Fußball. Er zeigt ein weitreichenderes Problem auf, das E-Commerce, Ticketplattformen und digitale Drops überall betrifft: den Aufstieg der Sniper-Bots.

Was sind Sniper-Bots?
Sniper-Bots sind automatisierte Programme, die dafür gemacht sind, limitierte Waren schneller zu sichern als jeder Mensch. Sie umgehen Captchas, füllen Checkout-Formulare automatisch aus und wechseln zwischen Proxynetzen, um nicht entdeckt zu werden.
Während sie am sichtbarsten im Ticketverkauf sind, von Fußballspielen bis hin zu Konzerten, sind Sniper-Bots auch ein großes Problem bei Sneaker-Drops, Sammlerstücken und Flash-Sales.
Die Auswirkungen: Wer gewinnt und wer verliert
Die Gewinner sind klar: Bot-Betreiber und Scalper, die zu hohen Aufschlägen weiterverkaufen. Aber der langfristige Schaden ist schwerwiegend:
Verbraucher verpassen den fairen Zugang zu Tickets und Produkten
Marken und Händler leiden unter Reputationsschäden, höheren Supportkosten und dem Verlust treuer Kunden
Es ist das gleiche Muster, das wir bei Werbebetrug sehen. Automatisierte Systeme schöpfen künstlichen Wert ab, während ehrliche Nutzer zurückbleiben.
Zurückschlagen: Wie man Ticket-Bots stoppt
Unternehmen haben mehrere Möglichkeiten, sich zu wehren:
Technische Abwehrmaßnahmen wie Warteschlangensysteme, Geräte-Fingerprinting und Verhaltensanalysen
Operationale Strategien wie Kaufbeschränkungen, Vorregistrierung und verifizierte Konten
Regulierungen und Richtlinien, einschließlich Anti-Scalper-Gesetzen in Großbritannien und den USA sowie neuen Anforderungen durch das Digital Services Act (DSA) in der EU
Im ersten Schritt kannst du auch deine eigenen Analysen nutzen, um ungültigen Traffic zu erkennen. Mehr darüber erfährst du in unserem Beitrag zu diesem Thema.
Lektionen für E-Commerce und digitale Drops
Der Fall der Premier League beweist eines: Bots sind kein Nischenproblem. Wann immer Knappheit auf hohe Nachfrage trifft, werden Sniper-Bots versuchen zu gewinnen.
Für E-Commerce- und digitale Marken bedeutet das:
Bot-Management muss eine strategische Priorität sein
Vorbeugung ist immer günstiger als frustrierte Kunden und verlorenes Vertrauen
Fairness im Kaufprozess wird zum Wettbewerbsvorteil
Abschließende Gedanken
Der Anstieg der Ticket-Bots ist eine Erinnerung daran, dass die Automatisierung digitale Märkte in Wege formt, die nicht immer fair sind. Egal ob im Sportticketing, bei Sneaker-Drops oder in der Online-Werbung, Bots verzerren das Angebot, treiben die Kosten in die Höhe und frustrieren echte Kunden.
Auch wenn es unmöglich sein mag, jeden Bot zu stoppen, kommt es darauf an, das Ausmaß und die Auswirkungen zu verstehen. Mit den richtigen Analysen können Marketer und Händler sehen, woher der automatisierte Traffic kommt, wie er die Conversion beeinflusst und welcher Anteil der Nachfrage echt versus künstlich ist.
Nur mit dieser Sichtbarkeit können Unternehmen fundierte Entscheidungen treffen, ihre Strategien anpassen und sowohl ihre Marke als auch ihre Kunden schützen.

