80/20 beim Invalid Traffic: Wenn wenige Quellen den Großteil des IVT verursachen
03.09.2025
Das Verstehen von ungültigem Traffic (IVT) ist entscheidend für die Optimierung digitaler Marketingbemühungen. Heute tauchen wir in die wichtigsten Ergebnisse einer umfassenden Analyse des Website-Traffics eines Kunden ein und untersuchen, woher IVT aus verschiedenen Kanälen, Geräten und Regionen stammt. Durch eine sorgfältige Analyse dieser Daten haben wir umsetzbare Muster und Optimierungsmöglichkeiten identifiziert, um IVT auf ein Minimum zu reduzieren und die Gesamteffizienz im Marketing zu verbessern.
IVT-Aufschlüsselung: Die besten und schlechtesten Leistungen identifizieren
Insgesamt machte IVT 11 % des Traffics aus, was solide ist, da unser Maßstab für IVT aus unserem „Unmasking the Shadows 2025“-Bericht 21,3 % beträgt. Dennoch gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf. Ein entscheidender erster Schritt zur Reduzierung von IVT ist die Identifizierung der Kanäle, die am meisten zu diesem unerwünschten Traffic beitragen, und das Verständnis ihrer Auswirkungen.
Unsere Analyse zeigte erhebliche Unterschiede bei verschiedenen Traffic-Quellen. Direkter Traffic wies die höchste IVT-Rate von 42 % auf, gefolgt von Microsoft Ads mit 12,5 %. Gleichzeitig schnitten Facebook Ads und SEO deutlich besser ab, mit IVT-Raten von 7,2 % und 4 %. Diese Ergebnisse zeigen, dass bestimmte Kanäle eine strengere Filterung und Optimierung erfordern. Um den Return on Ad Spend (ROAS) zu maximieren und qualitativ hochwertiges Engagement sicherzustellen, empfehlen wir, mehr Budget auf Kanäle zu verlagern, die mit gültigem Traffic eine stärkere Leistung zeigen.
Die Herausforderung von wiederkehrendem Bot-Traffic
Über das Verständnis hinaus, welche Kanäle zu IVT beitragen, ist die Identifizierung wiederkehrender Bot-Aktivität entscheidend. Über einen Zeitraum von 19 Tagen wurden bei Google-Paid-Traffic 5,3K Bot-Diskrepanzen und 35 Besuche von Automatisierungstools registriert. Bemerkenswert ist, dass 662 zurückkehrende Bot-IPs 5.041 Bot-Sitzungen generierten. Besorgniserregend ist zudem, dass 35 % dieser Bot-IPs auch mit anderen bezahlten Werbekanälen wie RTB House, Criteo, Microsoft Ads und Facebook Ads interagierten.
Dieses Muster unterstreicht die Notwendigkeit kontinuierlicher Überwachung und Filterung. Wenn Bots aus mehreren bezahlten Quellen wiederholt auf eine Website zugreifen, verzerren sie nicht nur Leistungskennzahlen, sondern verschwenden auch Werbebudgets. Die Implementierung fortschrittlicher Bot-Erkennungsmaßnahmen und das Blockieren von IP-Adressen können helfen, diese Risiken zu mindern.
IVT in PMax: Eine Plattform, die anfällig für ungültigen Traffic ist
Unter den bezahlten Werbeplattformen zeigten Google PMax-Kampagnen deutlich höhere IVT-Raten im Vergleich zu Google Search. Dies ist hauptsächlich auf die breite Reichweite von PMax zurückzuführen, die mehrere Google-Ökosysteme umfasst, einschließlich des Google Display Network (GDN), YouTube, Gmail und Partnerseiten. Obwohl diese weite Exposition die Sichtbarkeit erhöhen kann, steigt auch das Risiko, ungültigen Traffic anzuziehen.
Unsere Analyse ergab, dass 7 % des PMax-Traffics als ungültig klassifiziert wurden. Um dem entgegenzuwirken, ist eine starke Ausschlussimplementierung innerhalb der PMax-Kampagnen entscheidend. Durch das aktive Filtern minderwertigen Traffics und die Optimierung von Zielparametern können Werbetreibende IVT minimieren und die Gesamtleistung von Anzeigen verbessern. Darüber hinaus sind laufende Überwachung und strategische Anpassungen notwendig, um IVT so niedrig wie möglich zu halten und sicherzustellen, dass Werbebudgets effektiv eingesetzt werden.
Wenn du mehr über PMax erfahren möchtest, empfehlen wir unseren Artikel PMax entschlüsselt: Geldverschwendung oder effektiver Kanal?.
Rechenzentren: Eine Hauptquelle für IVT
Ein weiterer wesentlicher Einblick aus unserer Analyse war die bedeutende Rolle, die Rechenzentren bei der Erzeugung von IVT spielen. Tatsächlich stammten 52 % des gesamten IVT aus nur zwei Rechenzentren. Dies unterstreicht die Bedeutung, proaktiv IP-Adressen zu blockieren, die mit diesen Quellen auf bezahlten Werbeplattformen in Verbindung stehen. Die Implementierung von Ausschlusslisten kann dazu beitragen, weiteren Bot-Traffic zu verhindern, sodass Werbeausgaben auf echte Nutzerinteraktionen gerichtet werden.
Geografische IVT-Verteilung: Risikoregionen identifizieren
IVT ist nicht nur plattformabhängig, sondern auch geografisch unterschiedlich verteilt. Nach der Filterung selbsterklärter Crawler haben wir festgestellt, dass bestimmte Länder überproportional zum gesamten IVT beitragen. Allein Deutschland machte 70 % des gesamten IVT aus, während Finnland, die USA und Irland zusammen weitere 25 % ausmachten.
Um dem entgegenzuwirken, sollten Werbetreibende Echtzeit-Länderausschlüsse basierend auf laufenden Datenanalysen umsetzen. Durch das Ausschließen von Risikoregionen aus bezahlten Kampagnen kann verschwendetes Werbebudget vermieden und die Qualität des Traffics insgesamt verbessert werden.
Fazit: Ein datengetriebener Ansatz zur langfristigen Optimierung
Diese Analyse unterstreicht die Bedeutung der kontinuierlichen Überwachung und Verfeinerung im digitalen Marketing. Die Reduzierung von IVT ist keine einmalige Lösung, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der Agilität und datengestützte Entscheidungsfindung erfordert. Durch die Identifizierung von Risikokanälen, das Verfolgen wiederkehrender Bot-Traffic, die Optimierung von PMax-Kampagnen, das Blockieren von Rechenzentrum-Traffic und die Verfeinerung geografischer Zielgruppenansprache können Werbetreibende einen effizienteren und qualitativ hochwertigeren Traffic-Trichter schaffen.
Das ultimative Ziel ist nicht die vollständige Eliminierung von IVT – ein gewisses Maß an IVT wird immer existieren –, sondern die Minimierung seiner Auswirkungen bei gleichzeitiger Verbesserung der Nutzerbindung und Maximierung des ROAS. Ein proaktiver, gut strukturierter Ansatz zur IVT-Verwaltung führt zu einer stärkeren Kampagnenleistung und sinnvolleren Kundeninteraktionen im Laufe der Zeit.

