KI-generierte Deepfake-Werbungen fluten das Netz – Plattformen sind überfordert
24.09.2025
KI verändert die Werbebranche schnell und nicht immer zum Besseren. Betrügerische Anzeigen mit KI-generierten Deepfake-Videos überschwemmen jetzt die Social-Media-Feeds und tauchen sogar in beliebten Spielen auf. Laut Financial Times Bericht begegnet Verbraucherschützer Martin Lewis jeden Tag hunderten dieser Betrügereien, viele nutzen gefälschte Videos von ihm, um betrügerische Investitionspläne zu bewerben.
Diese Kampagnen sind überzeugend, schnelllebig und darauf ausgelegt, traditionelle Prüfprozesse zu umgehen. Das schiere Volumen verdeutlicht ein größeres Problem: Die aktuellen Plattformkontrollen reichen nicht aus, um schädliche Inhalte aus dem Werbesystem fernzuhalten.
Die Notwendigkeit echter Konsequenzen
Das anhaltende Auftreten von Deepfake-Anzeigen zeigt, dass die Anreize in der digitalen Werbung falsch ausgerichtet sind. Wenn Anzeigen sofort live gehen und Einnahmen generieren, bis sie entfernt werden, gibt es kaum einen Grund für Plattformen, langsamer zu werden oder sich stark in menschliche Überprüfung zu investieren. Ohne ernsthafte finanzielle Konsequenzen bleiben Betrugsanzeigen ein lukratives Problem.
Langsame Fortschritte bei der Regulierung
Obwohl Betrugsanzeigen in das britische Online-Sicherheitsgesetz im Jahr 2023 aufgenommen wurden, steht die Durchsetzung noch in weiter Ferne. Konsultationen beginnen erst nächstes Jahr, was bedeutet, dass strengere Maßnahmen möglicherweise erst 2027 Wirkung zeigen. Für Marken und Verbraucher ist das viel zu lange warten.
Die menschlichen Kosten
Hinter jeder Deepfake-Betrugsanzeige steckt ein Opfer. Zu den jüngsten Fällen gehören ältere Verbraucher, die lebensverändernde Summen an gefälschte Kryptoschemata verlieren. Einige Opfer haben sogar Schwierigkeiten zu glauben, dass die Anzeigen gefälscht sind, was zeigt, wie realistisch KI-generierte Inhalte geworden sind und wie leicht Vertrauen ausgenutzt werden kann.
Ein weiterer Fall, bei dem Menschen in die Falle von Deepfake-Videos tappten, wurde vom Weltwirtschaftsforum behandelt, bei dem ein Mitarbeiter der Ingenieurfirma Arup über eine Videokonferenz mit einem vermeintlichen hochrangigen Manager getäuscht wurde, der tatsächlich ein Deepfake war. Betrüger nutzten das, um große finanzielle Überweisungen zu autorisieren.
Was das für die Werbung bedeutet
Das ist nicht nur ein Thema des Verbraucherschutzes. Jede Betrugsanzeige, die geschaltet wird, durchläuft dieselben Systeme, die auch legitime Kampagnen durchführen, verschwendet Werbebudgets, verfälscht Leistungsdaten und gefährdet die Markensicherheit. Mit der generativen KI, die Betrügereien skalierbarer und überzeugender macht, müssen Werbetreibende Betrugsprävention als wesentlichen Bestandteil ihrer Medienstrategie betrachten.
Echtzeitüberwachung, Ausschluss von minderwertigem Inventar und proaktives Blockieren von ungültigem Traffic sind keine Optionen mehr, sie sind entscheidend, um Budgets zu schützen, die Datenqualität zu bewahren und das Vertrauen der Verbraucher in die Werbung zu erhalten.

