Icon eines Auges mit einem diagonalen Strich, der einen blinden Fleck oder unsichtbaren Bereich darstellt.
Icon eines Auges mit einem diagonalen Strich, der einen blinden Fleck oder unsichtbaren Bereich darstellt.
Icon eines Auges mit einem diagonalen Strich, der einen blinden Fleck oder unsichtbaren Bereich darstellt.

Der blinde Fleck in deinen Marketingdaten

10.09.2025

Stell dir vor: Du öffnest dein Analytics-Dashboard an einem Montagmorgen. Die Diagramme sehen sauber aus, der Traffic scheint stabil zu sein und deine Kampagnen laufen gut. Du atmest auf. Alles scheint in Ordnung zu sein.

Aber hier ist das Problem: „Saubere Berichte“ bedeuten nicht immer „saubere Kampagnen“. Manchmal bedeutet es einfach, dass deine Analytics den Betrug gar nicht erst gesehen haben.

Seit Jahren werden Werbetreibende durch glänzende Dashboards und Berichte von Anbietern beruhigt, dass der Betrug „gering“ ist und Kampagnen „funktionieren“. Die Wahrheit? Viel von dieser Beruhigung ruht auf wackeligen Füßen. Bots sind intelligenter geworden, Verifizierungs-Tools sind leicht zu umgehen, und Plattformen messen oft sich selbst.

Um die blinden Flecken zu verstehen, lass uns sechs häufige Lektionen betrachten, die Vermarkter entdecken, wenn sie tiefer in ihre Analytics-Daten eintauchen.

Lektion Eins: Wenn “Kein Betrug erkannt” bedeutet “Kein Betrug gemessen”

Die meisten Vermarkter gehen davon aus: Wenn kein Betrug erkannt wird, dann ist auch keiner passiert. Aber das stimmt nicht.

Beispiel: Du führst eine große Display-Kampagne durch. Dein Verifizierungs-Tool berichtet, dass alles in Ordnung ist. Hinter den Kulissen könnten Betrüger jedoch die Verifizierungstags blockiert haben, bevor sie geladen wurden. Das System sammelte keine Signale, und der Bericht war „sauber“.

Das bedeutet nicht, dass keine Bots da waren. Es bedeutet, dass dein System blind war.

Merk dir: Ein sauberer Bericht ist kein Beweis für eine gesunde Kampagne. Es könnte einfach ein Fehler in der Messung sein.

Cartoon of a blindfolded businessman smiling and pointing at a computer screen that says ‘No fraud detected.’ Behind him, three shadowy fraudsters in trench coats sneak by, highlighting the irony that fraud is present but not being measured.

Lektion Zwei: Berichteter Traffic ≠ Echter Traffic

Analyseplattformen messen nur einen Teil des Bildes, besonders in Regionen mit strengen Datenschutzgesetzen. Nach der DSGVO müssen Nutzer aktiv der Verfolgung zustimmen. Nehmen wir an, nur 60% der Besucher tun dies, was bedeutet, dass dir bis zu 40% deiner Zielgruppe entgehen könnten.

Das Bild variiert: In manchen Ländern und Branchen sind die Zustimmungsraten höher, während andere weit unter dem Durchschnitt liegen. Auf mobilen Apps verstärkt Apples App Tracking Transparency (ATT) diese Lücke, da die meisten iOS-Nutzer das Tracking ablehnen.

Selbst wenn deine CMP (Consent Management Platform) Opt-in-Statistiken bereitstellt, hängt deine Analytics-Daten häufig von groben Hochrechnungen ab, insbesondere bei Conversions oder Kampagnen-ROI.

Was die meisten nicht realisieren, ist, dass auch Bots „CMP-Banner akzeptieren“, was zu irreführenden Zustimmungsdaten führt. Selbst dein 60% Datensatz ist also nicht 100% vertrauenswürdig.

Merk dir: Deine Dashboards basieren wahrscheinlich auf unvollständigem Traffic. Was wie Genauigkeit aussieht, ist oft ein Ratespiel.

Lektion Drei: Deklarierte Daten sind nicht die ganze Wahrheit

Log-Level-Daten werden oft als der Goldstandard gepriesen, da sie granular und mit Zeitstempeln versehen sind. Aber sie reflektieren dennoch nur, was in der Gebotsanfrage deklariert wurde, nicht, was tatsächlich danach passiert ist.

Ein Gebot könnte behaupten, deine Anzeige sei für eine Premium-Nachrichtenseite bestimmt. In Wirklichkeit könnte sie auf einer gefälschten Domain, in einem unsichtbaren iFrame oder auf einer minderwertigen Seite voller Bots erscheinen.

Es ist, als würdest du online ein Luxushotel buchen und dann in einem schäbigen Motel mit demselben Namen landen.

Merk dir: Deklarierte Daten sind nicht dasselbe wie gelieferte Daten. Wenn du nicht misst, was wirklich angezeigt wurde, siehst du nur, was Betrüger dich sehen lassen wollen.

Lektion Vier: Warum Server-Logs alleine Betrug übersehen

Serverseitige Protokolle zeigen, wer geboten hat, was deklariert wurde und wann. Aber sie beweisen nicht:

  • dass deine Anzeige tatsächlich in einem sichtbaren Bereich angezeigt wurde

  • dass ein echter Mensch sie gesehen hat

  • dass die Umgebung mit dem übereinstimmt, was deklariert wurde

Nach dem Gebot ist die In-Browser-Erkennung entscheidend. Sie sammelt Signale, die man nicht leicht fälschen kann, wie etwa, ob die Anzeige wirklich sichtbar war oder ob die Interaktion von einem Menschen kam.

Wenn deine Tracking-Skripte nie ausgeführt werden, ist dieses Schweigen selbst ein Warnsignal. Server-Logs würden das nie erfassen.

Merk dir: Server-Logs sind hilfreich, aber unvollständig. Ohne Post-Bid-Messung fliegst du blind.

Lektion Fünf: Das Problem der „Walled Gardens“

Kampagnen auf Plattformen wie Facebook, Instagram oder YouTube bieten kaum unabhängige Berichte. Diese „geschlossenen Systeme“ erlauben keine Drittanbieter-Tags, sodass Verifizierungsanbieter oft nur die Zahlen der Plattform selbst verpacken.

Es ist, als ob man einen Schüler bitten würde, seine eigene Prüfung zu bewerten. Überraschend sehen die Ergebnisse immer gut aus.

Merk dir: In geschlossenen Umgebungen verifizierst du nicht—du vertraust. Und Vertrauen ist nicht dasselbe wie Beweis. Was bedeutet, dass du messen musst, wo alles landet—auf deiner Webseite.

Cartoon of a stone walled garden with a closed gate. Inside the garden are large icons of TikTok, X (Twitter), Facebook, and Instagram, symbolizing social media platforms locked inside a walled ecosystem.

Lektion Sechs: Warum Betrug fortbesteht

Anzeigenbetrug setzt sich nicht fort, weil er nicht gestoppt werden kann, sondern weil zu viele Akteure im Ökosystem davon profitieren. Mehr Ausgaben führen oft zu mehr Umsatz, unabhängig von der Qualität. Mehr Klicks und Impressionen—ob menschlich oder nicht—sehen in vielen Berichten immer noch wie Erfolg aus. Gefüllte Bestände halten auch die dubiosen Publisher zufrieden. Am Ende verliert der Werbetreibende konstant.

Merk dir: Betrug ist nicht nur ein technisches Problem, es ist ein Geschäftsmodell.

Lektion Sieben: Warum Analytics-Zahlen nicht übereinstimmen

Hast du je Berichte aus verschiedenen Analytics-Setups verglichen und Diskrepanzen gefunden? Diese Abweichungen stammen oft aus:

  • Unterschieden in Datenmodellen

  • Datenschutzbeschränkungen und Zustimmungsraten

  • automatischer Bot-Filterung, die du nicht überprüfen kannst

Da die meisten Analytics-Anbieter nicht offenlegen, wie das Filtern funktioniert, stehst du mit zwei verschiedenen Versionen der Realität da und kannst nicht wissen, welche näher an der Wahrheit liegt.

Merk dir: Diskrepanzen sind keine Fehler, sie sind Symptome versteckter blinder Flecken.

Fazit

Analytics-Berichte sehen oft beruhigend aus, aber sie verbergen genauso viel, wie sie offenbaren. Betrug lebt in den blinden Flecken: in blockierten Tags, fehlenden Zustimmungsdaten, nicht verifizierbaren Plattformen und bequemen Diskrepanzen.

Der wirkliche Wandel passiert, wenn du aufhörst, Dashboards als gegeben hinzunehmen und anfängst, anspruchsvollere Fragen zu stellen. Diese Neugier ist es, die einen passiven Käufer in einen informierten Vermarkter verwandelt.

Schütze dein Marketing vor Bots und Invalid Traffic

Hol dir die Kontrolle über dein Marketing und deine Daten zurück und teste fraud0.

Cta Image

Schütze dein Marketing vor Bots und Invalid Traffic

Hol dir die Kontrolle über dein Marketing und deine Daten zurück und teste fraud0.

Cta Image

Schütze dein Marketing vor Bots und Invalid Traffic

Hol dir die Kontrolle über dein Marketing und deine Daten zurück und teste fraud0.

Cta Image