Der Aufstieg von Zero-Click Search
27.10.2025
Jahrelang war die Suche einfach: Menschen gaben eine Suchanfrage ein, klickten auf ein Ergebnis und landeten auf der Website einer Marke. Heute wird dieses Modell leise umgebaut. Google und andere Plattformen liefern zunehmend Antworten direkt in den Suchergebnissen durch Rich Snippets, KI-Übersichten, Wissenspaneele und Sofortergebnisse. Das Ergebnis? Ein wachsender Anteil der Nutzerinteraktionen endet ohne einen einzigen Klick. Diese “Zero-Click”-Suchumgebung verändert die Regeln für Marketing- und Werbebetreibende, die auf Traffic und Attribution angewiesen sind, um den ROI zu beweisen.
Was diesen Wandel antreibt
Plattformen wie Google optimieren für Nutzererfahrungen und um Nutzer auf ihren eigenen Plattformen zu halten.
Rich Snippets fassen Inhalte direkt auf der Ergebnisseite zusammen.
KI-Zusammenfassungen beantworten Fragen, ohne die Nutzer woandershin zu schicken.
SERP-Features (z.B. „Nutzer fragen auch“, Kartenpakete, Produktkarussells) bieten den Nutzern, was sie in einer Ansicht brauchen.
Laut mehreren Marketing-Trendreports (MarTechView, Neil Patel, Digital Marketing Institute) nehmen organische Klicks stetig ab, obwohl die Suchvolumina steigen.

Warum das für Werbetreibende wichtig ist
Zero-Click reduziert nicht nur den organischen Traffic, es formt auch den Marketing-Trichter selbst um.
Weniger eigener Traffic, mehr Abhängigkeit von Plattformen
Wenn Google die Frage direkt beantwortet, erreichen die Nutzer möglicherweise nie deine Seite. Dies schwächt die Erhebung von First-Party-Daten und erhöht die Abhängigkeit von den Berichten der Plattform.
Schwieriger Nachweis der Attribution
Weniger Besuche auf der Landingpage bedeuten weniger klare Conversion-Pfade. Marketer verlieren den Überblick darüber, was tatsächlich Verhalten antreibt.
Verlagerung von CTR zu Sichtbarkeitsmetriken
Dein Link wird vielleicht nicht angeklickt, aber die Markensichtbarkeit erfolgt dennoch weiter oben im Trichter. Impressionen und On-SERP-Sichtbarkeit werden wichtigere Indikatoren.
Größere Konkurrenz um bezahlte Plätze
Da die organische Sichtbarkeit schrumpft, drängen Werbende in gesponserte Plätze. Dies treibt die CPCs in die Höhe und den ROAS nach unten, besonders in wettbewerbsintensiven Branchen.
Beispiel: Ein Reiseunternehmen, das „beste Hotels in Rom“ anvisiert, hatte vielleicht früher organisch auf Platz eins rangiert. Jetzt liefert Googles KI-Übersicht die Antwort direkt und drückt die Marke unter den Sichtbereich. Selbst wenn Impressionen steigen, sind die Klicks und Conversions weg.

Strategische Veränderungen für Marketer
Dies ist keine vorübergehende Schwankung. Es ist eine strukturelle Veränderung. Marketer müssen ihre Strategien entsprechend anpassen:
Optimiere für SERP-Features, nicht nur für Rankings. Strukturiere Inhalte so, dass sie in Rich Snippets, FAQs und KI-Antworten erscheinen können.
Baue stärkere eigene Kanäle auf. E-Mail, Communities und Apps werden entscheidend für die direkte Interaktion.
Investiere in Markenbekanntheit. Wenn dein Name in einer KI-generierten Antwort erscheint, zählt die Markenwiedererkennung mehr als der Klick an sich.
Nutze Anzeigen strategischer. Im Zero-Click-Suchumfeld zu konkurrieren bedeutet, bewusst mit bezahlten Platzierungen umzugehen, statt einfach nur Budget für Keywords auszugeben.
Stärke die Messung. Zero-Click bedeutet weniger transparenten Traffic. Betrugsresistente, vor Ort durchgeführte Verifizierungen (wie von Fraud0 bereitgestellt) sind entscheidend, um echte Engagements von Rauschen zu unterscheiden.
Eine neue Realität: Sichtbarkeit ohne Besuch
In einer Zero-Click-Welt ist der Besuch nicht mehr die einzige Währung. Was zählt, ist gesehen, vertraut und erinnert zu werden, auch wenn die Nutzer Googles Ökosystem nicht verlassen.
Für Werber bedeutet das eine Verschiebung des Denkens von Traffic-Capture hin zu Sichtbarkeits- und Vertrauens-Capture. Die Gewinner werden die Marken sein, die die Plattformänderungen frühzeitig annehmen, unabhängige Datengrundlagen aufbauen und jeden Eindruck zählen lassen.
Die Startseite des Internets hat sich verändert. Die Frage ist: Wird sich deine Marketingstrategie mit ihr ändern?

